inter!m – Münsingen

inter!m — Kulturhandlungen Schwäbische Alb

Elftausend für Ursula

Am Sonntag 7. Mai öffnet die Geschäftsstelle der inter!m – Kulturhandlungen im Rahmen des Kunst- und Gartenmarkts ihre Pforten. Von 11 bis 17 Uhr sind Sie herzlich eingeladen den aktuellen Künstler Walter Bruno Brix, seine beiden künstlerischen Arbeiten „11.000 für Ursula“ und „The Big Red Curtain“ kennenzulernen. Außerdem können Sie sich selbst an diesen Kunstaktionen zu beteiligen!

elftausend walter bruno brix

Die Legende der heiligen Ursula ist eng mit der Stadt Köln verknüpft, da an diesem Ort ihr Martyrium stattfand. Ursula soll eine bretonische Königstochter des 4. Jahrhunderts gewesen sein, die vor ihrer politisch bedingten Heirat eine Pilgerreise machen wollte. Sie durfte 10 Freundinnen mitnehmen und jede der Damen hatte wiederum 1.000 Begleiterinnen, so dass die stattliche Zahl von 11.000 Jungfrauen zusammenkam. Die Frauen schifften sich ein und besuchten Rom, von wo sie den Papst auf ihrer Weiterfahrt nach Köln mitnahmen. Dort wollte man die Gebeine der Drei Heiligen Könige anbeten, die Christus gesehen und verehrt hatten. Vor Köln lagerten jedoch die Horden der wilden Hunnen, welche die Stadt bisher erfolglos belagert hatten. Die Schiffe mit den unschuldigen und wehrlosen Jungfrauen waren ihnen hilflos ausgeliefert. Die Hunnen töteten alle, bis auf die Königstochter Ursula, die den Prinzen des Klans der Hunnen ehelichen sollte, um am Leben zu bleiben. Was sie ausschlug. Woraufhin sie mit einem Pfeilschuss getötet wurde. Die letzte der Begleiterinnen – Cordula -, die versteckt in einem Schiff am Leben geblieben war, lieferte sich nun ebenfalls den Hunnen aus. Nachdem sie ihre blutigen Taten begangen hatten, zogen die Hunnen ab und die befreiten Kölner begruben die Dahingegangenen ehrenvoll.

Dann gibt es in der Geschichte einen Sprung. Jedenfalls wurde später bei einer Erweiterung der Stadt Köln ein großes Gräberfeld entdeckt, dessen unzählige Knochen man erfolgreich als Überreste von Ursula und ihren 11.000 Jungfrauen identifizierte. Für Köln mit den vielen Pilgern die kamen, um die Gebeine der Heiligen Drei Könige zu verehren, ein Glücksfall. Der Bedarf an Reliquien war immens hoch in dieser Stadt. Die dankbaren Kölner verewigten die Elftausend Jungfrauen mit elf schwarzen Tränen oder Flammen und die Drei Könige in Form ihren Kronen im Stadtwappen.

Die facettenreiche Legende wurde in Gemälden wie geschnitzten Figurengruppen verewigt und diese sind bis heute Gegenstand der Verehrung. An vielen Orten weltweit finden sich Hinweise auf Ursula und ihre Begleiterinnen, wie das Elftausendjungferngässlein in Basel, die Junglerninseln in der Karibik, das Kap der Jungfrauen am Eingang der Magellanstraße, die Stadt Oberursel im Taunus und auch in der Nähe von Münsingen. In Anhausen steht die 1798 erbaute Kapelle zur heiligen Ursula.

St. Ursula Kapelle Anhausen, Kreis Münsigen

St. Ursula Kapelle Anhausen, Kreis Münsigen

Um die Legende der heiligen Ursula in unsere Zeit zu holen und um ihr sichtbare Präsenz zu verleihen, wurde das Projekt ‚Elftausend für Ursula‘ ins Leben gerufen. Ein Sammlung von 11.000 Taschentüchern mit Unterschriften von Frauen, bzw. mit den Namen von Frauen. Dabei handelt es sich um Stofftaschentücher, auf die der Name gestickt wird. Es ist aber auch in Ordnung, den Namen mit einem wasserfesten Stift zu schreiben. Jeweils ein Taschentuch soll einer Frau gewidmet sein, so dass die 11.000 Begleiterinnen Wirklichkeit werden.

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Bisher sind schon über 6.000 Tücher weltweit gesammelt worden. Wie viele mehr werden es wohl in Münsingen? Kommen Sie bei ihrem Gang über den Kunst- und Gartenmarkt auch bei uns vorbei und beschenken sie Walter Bruno Brix mit einem Taschentuch samt Frauenmonogramm, im Austausch natürlich gegen ein belebendes, kleines Gläschen Sekt!

Reigugga, lose ond mitmache.

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