Köln – memorial project

6. Juno 2014 – memorial project

Ein Beitrag zu den ‚elftausend‘, der in sich ein eigenes Projekt bildet.

„Die einundzwanzig Taschentücher zeichnen einen Teil der Familiengeschichte nach. Die Geschichte der Frauen der Familie. Der Freundinnen, der Frauen, die uns in unserer Kindheit umgeben und uns Liebe schenken, auch wenn sie nicht mit uns verwandt sind.

 

 

Jedes Tuch ist individuell gestaltet und auf der Rückseite ist ein weiteres Stück Stoff befestigt, auf dem die Geschichte der jeweiligen Frau erzählt wird. Ein wirkliches Geschichtsprojekt. Die Gestaltung der Tücher ist besonders. Außer einer Menge an liebevoller Stickerei gibt es auch Fragmente von alten Tüchern, die ‚gerettet‘ und weiter bearbeitet wurden. Ein Stück von einem Leinen-Handtuch, von Tischtüchern, von einer Schürze in Blau-Druck.“

Die Tücher stecken zusammen in einer alten Damenhandtasche und liegen in einem der Koffer obenauf.

Insgesamt sind wir nun bei 6468 Tüchern.

Advertisements

Battisti, III.

Wieder schöne Post von René. Ein dicker Brief mit Taschentüchern, gesammelt in Schweden und beschriftet im Funkhaus in Köln.

Die Verpackung einer Fischdose mit Sardinen stammt wohl auch aus Schweden. Mit einem echten Seemann drauf.

Mit dabei sind diesmal die wunderbare Trude Herr und uns liebe Frau of Kölner Karneval/Mottoqueen Marie-Luise Nikuta.

Damit sind 6442 Tücher erreicht.

SAM_1389

Manchmal gibt es auf den Tüchern auch Sprüche, wie aus dem Poesie-Album. Hier zum Beispiel, zusammen mit einer Häkelblume:

Im Glück nicht stolz sein – im Leid nicht klagen.


Battisti, II.

Februar 2014

Der gute René Battisti hat noch einen Nachschlag parat. Hier sind wieder 15 Stück. Begleitet von einem wunderbaren Brief, in dem René erzählt, dass er eines der Tücher von seiner Patentante zur Geburt bekommen hat und dieses ihn bisher begleitet hat. Dass er sich von so einem bedeutenden Tuch trennen mag, das hat mich erstaunt und begeistert. Außerdem hat er ein Tuch Mae West gewidmet und diese mit einer Zeichnung verewigt.

Dazu gibt es dann noch ein Taschentuch-Etui. Diese Etuis wurden in den 1970er Jahren gefertigt. Dazu wickelt man die Wolle auf einem Plastikgitter hin und her, die Kreuzungspunkte werden fest abgebunden und dann schneidet man einen Teil der Wolle auf. So entstehen die entzückenden Pompoms auf der Oberfläche. Die beiden Platten sind mit einem rosa Band zusammen gehalten und innen mit rosa Futterstoff benäht. Die verwendete Wolle ist aus Kunstfasern und filzt irgendwie zusammen. Die Pompoms sind ziemlich feste Bällchen. Ein interessantes Textil, das auch Eingang findet in meine Enzyklopädie der Textilien.

Feb. 2014


Koffer mit eintausend

Die Tücher werden in Koffern gesammelt. Immer ungefähr eintausend in einem Koffer. So sieht das dann aus:

Koffer mit 6000

Obenauf rechterhand liegen sieht man auch das magische Tuch, das uns die wunderbare Peggy gemacht hat.


Köln, erster Beitrag 2014

16. Januar 2014

Zwanzig Tücher. René Battisti hat Frauen seiner Familie und Freundinnen verewigt. Dazu ein Brief: „Sind gewaschen + gebügelt, aber nicht mehr 1A zurecht – da aus den 50er Jahren“. Wie wunderbar. Die Tücher sind ganz klasse, so wie man sie braucht. Und wie nett, die frisch zu waschen und zu bügeln.

Jan 2014

Jetzt sind es 6407 Stück insgesamt


Basel und Köln

November und Dezember 2013

Basel Koeln

Eines der Tücher trug zwei Namen, da jedoch jeder Frau ein eigenes Tuch gebührt, hier die Lösung (salomonisch). Das Tuch wurde in zwei Hälften geschnitten und diese jeweils mit den Hälften eines anderes (in diesem Falle dunkelblauen) Tuches zusammen gesetzt. Ist doch klasse! So bleiben die Freundinnen beisammen, weil man immer noch sehen kann, dass es mal ein Tuch war und trotzdem sind es zwei Tücher, die man zählen kann.

Damit sind es nun insgesamt 6387 Stück. Also noch ein Weg bis 11000.

Witzigerweise war das Tuch mit einem Kalender von 1969 bedruckt und mit einer Pendeluhr. Eine Idee, ein Kalender für die Handtasche und im Notfall kann man was damit weg putzen. Und am Ende vom Jahr damit Schuhe polieren.


Meran

12. Oktober 2013

Meran

Post aus Italien. Mit wunderbaren Tüchern, liebevoll von Hand bestickt und mit Gebrauchsspuren. Und schönen Geschichten dazu:

„Aloisia ist meine 93jährige Großtante Luise, gelernte Schneiderin und ein unglaublich feiner Mensch. B steht für Berta, ihre Schwester, also meine, leider schon verstorbene, Oma. Eine starke Frau. M ist meine Mutter Margit, die ihre Aussteuer sticken musste. Sie hat es wirklich gehasst, also von ihr kann ich die Liebe zum Nähen nicht geerbt haben. Das andere M ist eine Freundin. Lilo wurde zu Lebzeiten meine Schwiegermutter genannt und niemand verwendete ihren richtigen Namen: Liselotte.

Rosa habe ich ganz blass geschrieben. Wir hatten eine Kinderfrau, sie war wie eine zweite Oma, bzw. Mutter für mich. Sie wohnte bei uns. Sie kam zu uns, kurz nachdem sie Witwe geworden war. Sie hatte keine eigenen Kinder, war unglaublich bescheiden und hat sich immer zurückgenommen. Ihr verdanke ich viel.

HD das ist meine Wenigkeit und dieses Taschentuch hat eine lange Geschichte, aber die erzähl ich dir, wenn du mal in Meran vorbeischaust.

Eine andere Geschichte beginnt so: „HAST DU EIN TASCHENTUCH, fragte die Mutter jeden Morgen am Haustor, bevor ich auf die Staße ging.“ Die Geschichte ist von Herta Müller und du findest sie im Buch „Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel“.

HD“

Was ich noch hinzufügen möchte: Besonders interessant sind die beiden Monogramm in blau und gelb. Eine ganz feine Applikation bildet dort einen Teil des „M“.